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Rigodon

Author: Lutz Pietschker
Inhalt bearbeitet: 2011-03-01

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Hinweis:Alle Musikproben dienen nur dazu, einen Eindruck von der Musik zu bekommen. Sie sind hier teilweise in sehr niedriger Qualität wiedergegeben; die Originalmusik ist in der Regel deutlich besser.

Art des Tanzes & Allgemeines

 

Musik

 

Aufstellung

 

Tanzbeschreibung (siehe auch: Konventionen)

Grundschritte - Rigodon a Deux - Rigodon a Quatres - Triolett - Scottish au Verney - Gavotte - Bourrée

Vorbemerkung

Diese Beschreibungen sind das Ergebnis eines Wochenend-Workshops mit Veronique Elouard (die Geige spielte Piaire Rambaud) im Juni 2001. Sie fassen zusammen, was mir von diesem Workshop in Erinnerung geblieben ist, und geben es so wieder, wie ich es verstanden habe. Daher handelt es sich eher um einen kleinen Einblick in diese Tänze als um eine echte Beschreibung, und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass ich an einigen Stellen Dinge falsch verstanden habe.
Mit Sicherheit liegen eventuelle Fehler nicht an Veronique- sie ist eine anerkannte Autorität für diese Tänze, und sie hat viel Zeit damit verbracht, sie dort zu studieren, wo sie noch von den Einheimischen getanzt werden, und sie auf diese Art vor dem Vergessen zu retten. Sie hat es in diesem Workshop wundervoll geschafft, uns über die Sprachbarriere hinweg einen Eindruck von diesen Tänzen zu geben. Und Veronique hat uns gezeigt, wie wir "aus dem Boden" die Energie ziehen können, die wir brauchten, um auch die letzte Stunde des Workshops durchzustehen.

Einige der beschriebenen Tänze sind gar keine Rigodons, aber ich habe sie in diese Beschreibung aufgenommen, weil ich sie im Zusammenhang mit den Rigodons gelernt habe.

Art der Tänze

"Rigodons" sind Volkstänze der französischen Alpen; im Workshop wurden vor allem Tänze aus dem Dauphine, der Region südwestlich von Grenoble getanzt. (Anmerkung: Der gleich ausgesprochene Begriff "Rigaudon" bezeichnet eine andere Art von Tänzen, nämlich Volkstänze der Provence und auch davon abgeleitete höfische Tänze.)

Typisch für Rigodons sind schwingende, hüpfende Bewegungen, die von überraschend eingestreuten stampfenden oder fest aufspringenden Schritten ("frappes") unterbrochen werden. Ein relativ einfacher "Grundschritt" wird von den Tänzern durch improvisierte Variationen erweitert, und ein Reiz dieser Tänze besteht darin, die Variationen anderer Tänzer aufzunehmen und mitzutanzen oder selbst weiter abzuwandeln.

Musik

Die Musik ist normalerweise ein ruhiger bis schneller 4/4-Takt. Die Musik zeigt meistens deutlich, welche Tanzschritte erwartet werden. Häufig wird sie in "Strophen" von 4 oder 8 Takten gespielt.

Genauso wie die Tänzer haben auch die Musiker viel Freiheit zum Improvisieren; z.B. werden nach "Promenaden" oft ein oder mehrere "Tournes" eingestreut, d.h. 2/4-Takte, die dann zum nächsten Teil überleiten.

Grundschritte

Am Platz

1 Grundschritt = R-Hüpf + L-Kick, Sprung auf R, L-Hüpf + R-Kick, Sprung auf L

Prinzipiell ist es egal, mit welchem Fuß man anfängt (auch bei den Varianten). Der "Kick" ist eine schwingende Bewegung vor den anderen Fuß mit auswärts gedrehter Fußspitze (bei "R-Kick" also etwa so, als ob man einen Fußball mit dem Rist nach vorne links schießen wollte).
Die Arme werden dabei locker-angewinkelt vor den Körper gehalten, etwa so, als ob man sein Gegenüber umarmen wollte.

Variationen:

Promenade

Eine Art "gehüpfter Gehschritt, die Arme schwingen dabei einfach im Takt an der Seite mit:

1 Promenadenschritt = R-vor, R-Hüpf, L-vor, L-Hüpf

Als Variation kann man dabei Rechts- oder Linksdrehungen einbauen.

Tourne

Dies sind 2/4-Takte, die von den Musikern manchmal "eingebaut" werden, oft als Übergang von einer Promenade zu den Passagen am Platz. In den Tournes kann man entweder weitertanzen wie bisher oder sie auch durch besondere Schritte hervorheben, z.B. durch

Rigodon a Deux

Die Tänzer stehen einzeln auf der Kreisbahn, die Partner blicken sich an (H blickt im GUZ).

4 Takte Promenade im GUZ.

4 Takte Grundschritte mit Partner, beim letzten drehen sich beide um 180 Grad.

4 Takte Grundschritte mit dem Kontra-Partner, beim letzten dreht sich der H um 180 Grad.

Wiederholen bis Ende.

Rigodon a Quatres

Die Tänzer stehen paarweise auf der Kreisbahn, je 2 Paare blicken sich an (d.h. jedes 2. Paar steht im GUZ, die anderen im UZS).

4 Takte Promenade, dabei gehen jeweils die 4 Tänzer zweier Paare umeinander herum (die Promenade wird also im "kleinen Kreis" der Paare getanzt, nicht auf der großen Kreisbahn).

2 Takte Grundschritte mit Partner, beim letzten drehen sich beide um 90 Grad zum Kontrapartner (also H nach links, D nach rechts).

2 Takte Grundschritte mit dem Kontra-Partner, beim letzten dreht sich der H zur Promenadenrichtung zurück.

Wiederholen bis Ende.

Triolett

Kein Rigodon, sondern ein einfacher Paartanz im 3/4-Takt. Die Paare stehen in Handfassung auf der Kreisbahn, der H innen, mit Blick im GUZ.

  1. H tanzt 4 Walzerschritte vorwärts auf der Kreisbahn, dabei dreht die D an seiner Seite unter seinem rechten Arm 4x mit Walzerschritten rechtsherum. Beide beginnen mit R.
  2. R schräg rechts vor-Tip, R an-Tip, Wechselschritt nach rechts vorne R, L, R,
  3. L schräg links vor-Tip, L an-Tip, Wechselschritt nach links vorne L, R, L,
  4. 2. wiederholen,
  5. 3. wiederholen

Das ganze wiederholen bis Ende.

Scottish au Verney

Kein Rigodon. Dieser Tanz hat, im Gegensatz zu den anderen, einen 3/4-Takt. Die Tänzer stehen als Paare in Tanzhaltung auf der Kreisbahn und bewegen sich im Verlauf des Tanzes ungefähr auf der Kreisbahn (im GUZ).

Mazurka: (Schritte für H, D tanzt gegengleich)

L vor-seitlich ("Ausfallschritt") fest auftreten, R-hüpf, R-hüpf (3),

wiederholen,

Sprung auf L, L-Hüpf (2), Sprung auf R, R-Hüpf (2),

Drehung am Platz mit 3 Schritten L, R, L (3),

das ganze gegengleich wiederholen

Walzer:

Walzerschritt L, R, L (3),

wiederholen,

Sprung auf L, L-Hüpf (2), Sprung auf R, R-Hüpf (2),

Drehung am Platz mit 3 Schritten L, R, L (3),

das ganze gegengleich wiederholen

Die Tanzfolge ist: 2x Mazurka, 2x Walzer, wiederholen bis Ende.

Gavotte

Ein ruhiger bretonischer Tanz im 4/4-Takt, den wir zur Entspannung nach den lebhafteren Rigodons getanzt haben. Die Tänzer stehen in kurzen Reihen, Handfassung/Ellenbogen aneinander. Die Reihen bewegen sich nach Ermessen der Tänzer durch den Raum.

Kurze Gehschritte vorwärts: L, R, L, R, L, dann R im Bogen nach vorne-rechts-hinter führen und aufsetzen,

L-seit, R-vor, L an-Tip.

Das ganze wiederholen bis Ende.

Bourrée

Ein schneller Tanz im 3/4-Takt, der mit flach über den Boden gleitenden Schritten getanzt wird (im Gegensatz zu dem Auf-und-Ab des Walzers). Wir haben diesen Schritt in einem Kreistanz geübt und dann in der Art eines "Longways", also als Gassentanz von 4 Paaren, getanzt.

Aufstellung: 4 Paare bilden eine Gasse, die Partner stehen sich gegenüber.
Die Figur besteht aus 4 Takten, ein Takt ist ein "Schritt" RLR oder LRL:

Paar 1 tanzt mit 4 Schritten durch die Gasse, beim 4. Takt drehen sich die Partner voneinander weg und reihen sich ein, so dass sie dann am Fuß der Gasse stehen.
Die anderen Paare tanzen in dieser Zeit 4 Schritte rückwärts, vorwärts, rückwärts, vorwärts und bewegen sich dabei zum Kopf der Gasse, bewegen sich also in einer "Zickzacklinie". Paar 2 steht danach dort, wo vorher Paar 1 war.


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